Odagsen

Häusler

Ein Häusler war ein Dorfbewohner, der ein kleines Haus besaß, aber nur wenig oder gar kein eigenes Land zur landwirtschaftlichen Nutzung hatte. Häusler standen sozial und wirtschaftlich meist unterhalb der Kötner und Bauern, mit einem Besitz von weniger als zehn Joch Feld (weniger als ein Viertelbauern) und verfügten oft über wenig oder kein Vieh, insbesondere kein Zugvieh wie Pferd oder Ochse. Der Begriff stammt vom mittelhochdeutschen hiuseler für „Haus“ ab.

Wirtschaftliche und soziale Lage

Da ihr eigener landwirtschaftlicher Besitz meist nicht zum Lebensunterhalt ausreichte, waren Häusler häufig auf Nebentätigkeiten angewiesen, z. B. als Kleinhandwerker, Dienstboten, Tagelöhner, Hirten oder Schulmeister. Trotz der schwachen ökonomischen Situation bedeutete der Besitz eines Hauses für sie einen sozialen Aufstieg innerhalb ihres Dorfes.

Rechtliche Verhältnisse

Häusler hatten meist nur geringe Grundrechte im Dorf, wurden aber als freie Arbeiter angesehen – im Gegensatz zu Leibeigenen. Sie mussten jedoch oft überproportional hohe Abgaben und Steuern an den Landesherren zahlen und gehörten häufig nicht zur Kernbevölkerung mit vollem Stimmrecht.

Gesellschaftliche Bedeutung

Ab dem 16. Jahrhundert traten Häusler vermehrt auf, da die dörflichen Flächen bereits von größeren Bauern und Gärtnern besetzt waren. Sie lebten oft am Rand der Dorfgemeinschaft, waren aber sowohl in wirtschaftlicher als auch sozialer Hinsicht ein wichtiger Bestandteil der ländlichen Gesellschaft.

   
  
  

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