Bei den Grabungen kam eine lang-rechteckige Grube von 16,3 m Länge und 3,6 m Breite zum Vorschein, die mit leicht nach innen abgeschrägten Wänden ca. 1,20 m tief im Boden war. Den Boden bedeckte ein dickes Kalksteinpflaster.

Solche Pflaster sind charakteristisch für vergleichbare Grabstätten. das Steinpflaster erstreckte sich über die gesamte Länge der Grabkammer und war ca. 2m breit. Die Grundfläche die für Bestattungen zur Verfügung stand, betrug etwa 30 qm. Leider war das Pflaster nur an wenigen Stellen vollständig erhalten. Das Kalksteinpflaster diente als Unterlage für die Bestattungen. Der mehrschichtige Aufbau ist sehr selten anzutreffen. Bei den Ausgrabungen wurden drei Schichten festgestellt. .

Rund um das Pflaster verlief ein muldenförmiger Graben, der vielleicht zur Ableitung von Regenwasser diente. Im Laufe der Zeit füllte sich der Graben, In diesem Graben haben an manchen Stellen Pfosten gestanden. Da Sie nicht regelmäßig nachgewiesen wurden, fällt eine Deutung schwer. Es wird vermutet, das Sie zu einem Stützgerüst zum Bau der Kammer gehörten.

An der Außenseite des Grabens wurden an mehreren stellen größere Steine in Schräglage angetroffen. Wo der Eingangsbereich lag blieb lange unklar: erst bei tieferen Grabungen taucht eine Eingangskonstruktion an der Schmalseite auf. Unklar ist ob der Eingang rampenartig war oder ob man durch eine verzimmerte Öffnung in die Kammer hinunterstieg. (Wir erinnern uns: ca. 1m unter der Oberfläche )

In einer tiefen Grube wurde ein Sandsteinblock von 1,5 x 0,55 x 0,65 m gefunden. Dieser Block ist aus rotem Sandstein und ist wahrscheinlich der Rest eines gewaltigen sog. “Menhirs” der den Eingang markierte.

Das Kalksteinpflaster diente als Unterlage für die Bestattungen. Durch die Verwendung von Muschelkalk bei den Bodenplatten, sind die Skelette der Bestatteten vorzüglich erhalten geblieben.

Der geschilderte Befund zeigt, dass das Grab über einen längeren Zeitraum belegt wurde. Die Toten wurden in mindestens Drei, durch flache Steinplattenlagen getrennte Schichten niedergelegt.

Der Bestattungsablauf kann wie folgt rekonstruiert werden:

Über der Grabsohle aus grobem Kalkstein wurde ein ebenes Pflaster aus feinem Kalkstein verlegt. Anschließend wurde ein Feuer auf den Platten entfacht, das den Kalkstein rot färbte. Das Feuer hat vermutlich spirituelle Gründe gehabt. Danach begann man mit den Bestattungen.

Über den ersten Bestattungen wurde später eine zweite Plattenschicht verlegt. Hier hat das Feuer auch hygienische Gründe gehabt. Später wurde dann eine dritte Kalksteinlage aufgebracht. Hier wurde kein Feuer auf den Steinen entfacht.

In allen drei Schichten fanden sich Knochen von Menschen, ein vollständiges Skelett konnte nicht gefunden werden. Insgesamt wurden die Knochen von über 120 Personen allen Alters in Odagsen gefunden.