Unsere engere Heimat hat den Menschen schon früh eine günstige Siedlungsmöglichkeit geboten. Wir wissen, daß die ältesten Ansiedlungen immer da zu finden sind, wo die Natur offen, d.h. waldfrei war und einen möglichst tiefgründigen, fruchtbaren Ackerboden hatte, der für den mit nur sehr primitiven Hilfsmitteln ausgerüsteten Menschen der Urzeit nicht allzu schwer bestellbar war und der zugleich auch reichlich Trinkwasser liefert. Alle diese Voraussetzungen waren bei uns im Leinetal gegeben.

Die Urlandschaft Südhannovers hatte zwei waldfreie Gebiete, nämlich den Leinegraben mit seinen Randabhängen und die Erweiterung des Wesertales bei Höxter und Holzminden. Das Leinetal selbst kam für eine Besiedelung nicht in Frage, weil es einer ständigen Überschwemmungsgefahr ausgesetzt war und sicher schon aus diesem Grunde von den Ureinwohnern ängstlich gemieden wurde. Dagegen bot der sich an den Talboden anschließende von jeher unbewaldete Diluvialabhang mit seinem fruchtbaren, leicht zu bestellenden Löß- und Lehmboden und seinen vielen Spaltquellen, die Trinkwasser in reichem Maße lieferten, die denkbar günstigste Ansiedlungsmöglichkeit.

Vor eintausend Jahren hatte das Land viel weniger Einwohner als heute. Von vielen Siedlungen im Land, die wir heute kennen, war damals noch wenig zu sehen. Duderstadt oder Göttingen waren kleine Orte. Zwischen den Ansiedlungen bestanden zwar Verbindungswege, aber keine festen Straßen. Es war sehr kompliziert, von Ort zu Ort zu reisen. Wenn man mit Pferd und Wagen fuhr, blieben die Räder immer wieder im weichen Untergrund stecken.