Nach den in der Chronik gefundenen Aufzeichnungen ist das Dorf Odagsen schon sehr alt, wahrscheinlich schon in der Zeit Karls des Großen gegründet.  Der Name Odagsen soll sich ableiten von einem Grafen Osdag, einem Sohne Amelung I, des Stifters des Klosters Amelungsborn. Ursprünglich soll das Dorf Osdageshausen ( oder Osdageshusen ) geheißen und nur aus einem einzigen befestigten Hofe bestanden haben. In alten Kirchenrechnungen wird das zum heutigen Hof von Volker Wille gehörende Land als „Kloster Amelungsbornsches Land“ bezeichnet. Wahrscheinlich musste der Fruchtzins an das Kloster abgeführt werden. Dieser eine Hof wird ein freier Hof gewesen sein, auf dem der Graf mit seinem Gesinde hauste. Die Lage des Hofes unterstreicht das, denn der Hof ist an der höchsten und somit am leichtesten zu verteidigenden Stelle errichtet worden. Der Besitzer wird dann später für sich und sein Gesinde, dicht bei dem Hof, eine Holzkapelle errichtet haben. Nachdem immer mehr Land urbar gemacht worden war, siedelten sich auch immer Bauern um den Hof an. 1183 wurde dann für die inzwischen dem Verfall nahe Holzkapelle eine steinerne Kirche gebaut. Von dieser Kirche zeugt nur noch ein alter Stein, der in der heutigen Kirche aufgebaut wird (Das Tympanon) . Nach und nach kamen dann zu den ersten Höfen noch andere hinzu, so als zweiter Hof in Odagsen, der jetzige Illemannsche Hof, der zunächst ein Pachthof und dem Kloster Fredelsloh zinspflichtig war.

Der Keller des Anwesens der Familie Illemann liegt nur zum Teil unter dem alten Fachwerkhaus. Es ist ein schaurig tiefer Keller mit einem Tonnengewölbe. Eine Sage berichtet, dass von hier aus unterirdische Gänge verliefen. Ein Gang soll zum Kloster von Fredelsloh, eine weiterer in Richtung Salzderhelden, wo früher ein Nonnenkloster gewesen sein soll und ein dritter in Richtung Einbeck, wahrscheinlich zur Klus führend, verlaufen sein.

Die nächst alten Höfe sind die dem Stift St. Alexandri zu Einbeck zinspflichtigen Höfe. Diese wurden Meyerhöfe genannt. Um diesen alten Stamm von Höfen haben sich dann die sog. Groß- und Kleinköthner gereiht. Eine Köthnerstelle entsteht, wenn vom Erbe des Vaters für einen jüngeren Sohn etwas abgetrennt wird. Danach folgten die Anbauerstellen. Eine Anbauerstelle entsteht, wenn einem sog. Dienstmann als Anerkennung ein Grundstück abgetreten wird. Leider sind darüber keine Aufzeichnungen vorhanden.

Skizze Odagsen Mittelalter